Federsee

Eine Beschreibung des Federsees und seiner Entstehung

Der Federsee/Das Federseebecken: Die Landschaft rund um den Federsee wurde vor allem durch mehrere Eiszeiten geprägt. Als erstes ist in der Mindeleiszeit (vor ca. 400.000 Jahren) durch eine Zunge des Rheingletschers der „Ur-Federsee“ geschaffen worden, indem dieser einen Trog von ca. 160 m Tiefe aushobelte. Seine Besiedelung begann vor ca. 14.000 Jahren. In der vor ca. 200.000 Jahren stattfindenden Rißeiszeit wurde durch die bis zum Bussen reichenden Eismassen das Federseebecken großteils durch mitgeführte Grund- und Endmoränen wiederzugeschüttet. Eine Endmöräne bildetete nach der Eisschmelze die nördliche Begrenzung des neuen Federseebeckens. In der Würmeiszeit (vor ca. 30.000 Jahren) konnten die Gletscher nicht mehr so weit nördlich vordringen wie die der Rißeiszeit. Endmoränen aus dieser Eiszeit bildeten nun den südlichen Abschluß des Beckens.

In den Jahren 1787/88 wurde der natürliche Abfluß des Sees, das Flußbett der Kanzach, um 85 cm tiefer gegraben. Landgewinn und damit weitere landwirtschaftliche Nutzfläche war Grund für diese erste Seefällung. Der Wasserspiegel reduzierte sich auf eine Größe von ca. 7 km2 . König Friedrich von Württemberg wollte im Jahre 1808 die Gegend „von einer nahrungslosen Gegend in blühende Gefilde“ verwandeln. Er verfügte die zweite Seefällung. Sie verhalf dem See zu einer Größe von 2,5 km2 und einer Tiefe von ca. 5,4 Metern.

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In der Folgezeit wurde durch Menschenhand der Verlandungsprozeß nicht mehr beeinflußt. Die natürliche Verlandung reduzierte die Fläche bis zum Jahre 1911 auf ca. 1,5 km2. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Verlandung stark verlangsamt. Nicht zuletzt tragen hierzu bewußter Düngereinsatz in der Landwirtschaft und abwassertechnische Verbesserungen bei.

Nach Abschmelzung des Eises vor ca. 20.000 Jahren war der Federsee in seiner größten Ausdehnung rund 30 km2 groß. Er war an seiner tiefsten Stelle ca. 12 m tief. Er hatte eine Ausdehnung von ca. 17 km Länge und ca. 5 km Breite. Nachdem die Zuflüsse nach Abschmelzen der gewaltigen Eismassen immer mehr versiegten, begann die Verlandung des Sees. Algen und Plankton belebten die Wasser und die Überreste lagerten sich auf dem Grunde ab. Die flachen Randzonen verlandeten nicht zuletzt wegen des starken Schilfbewuchses immer schneller. Um 1.000 v.Chr. war der Südteil des Sees vollständig verlandet.

Bis vor 200 Jahren reichte das Seeufer bis an die umliegenden Ortschaften. Somit war die gesamte heutige Moor­fläche unter Wasser. Bei starken Westwinden wurde das Wasser des Sees gegen das meist aus Pfohsand bestehende Ostufer gedrückt. Das Ufer wurde unterspült, das Sand bröckelte ab. Es entstand ein Steilufer, auch Kliff genannt, das sich langsam nach Osten verlagerte. Der See hatte zu dieser Zeit noch eine Größe von 11 km2 . Bis dahin hatte der Mensch nicht in die natürliche Verlandung des Sees eingegriffen.

Streuwiesen: Streuwiesen sind Niedermoore. Sie haben ihren Namen von der Mahd, die als Streu für den Stall in der Landwirtschaft verwendet wurde. Streuwiesen umfassen eine weite Fläche des Naturschutzgebietes. Sie sind der artenreichste Lebensraum für die Tierwelt in unse­rer Heimat.

Heute werden Streuwiesen kaum mehr genutzt. Sie drohen nun durch die natürliche Fortent­wicklung zu verbuschen. Die Tiere der freien Fläche drohen daher zu verschwinden. Deshalb sind ständig Landschaftspflegearbeiten notwendig.

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Niedermoor:  Weiter zum See hin erstreckt sich das Niedermoor. Dieses liegt anders als die Streuwiesen auf Höhe des Grundwasserspiegels. Das Niedermoor gehört zur Verlandungszone und ist nicht besonders reichhaltig an Tier- und Pflanzenarten. Ein typischer Vertreter der Vegetation ist die im Frühling zu sehende Sumpfdotterblume.

Übergangsmoor: Das Übergangsmoor ist durch den weiten Schilfgürtel geprägt. Der Schilf prägt entscheidend den Charakter des Erscheinungsbildes des Federsees. So beeindruckend dieser Schilfgürtel ist, so verdeutlicht er auf der anderen Seite die Tragik des Sees. Der See verlandet zusehends. Bei diesem Verlandungsprozeß hat der Schilf eine nicht unbedeutende Rolle, liefert er doch die ständige „Verlandungsnahrung“.

Brutvögel: Brutvögeln bietet vor allem das Übergangsmoor einen natürlichen und guten Lebensraum. Vor allem durch die Ungestörtheit der Schilfzone sind vom Aussterben bedrohte Vogelarten noch dort beheimatet. Eine solche Art ist die große Rohrdommel.

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